Aktuelles

Istanbul-Konvention - Zentrale Vereinbarung und die Angriffe darauf

Der Weg zum Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt ist mühsam und von Rückschlägen geprägt.

Ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung ist die Istanbul-Konvention, die im Jahr 2011 vom Europarat in Istanbul beschlossen wurde und seit 2014 in Kraft ist. Die Bundesrepublik Deutschland hat sie mitunterzeichnet und 2017 ratifiziert. Damit ist sie seit dem 01.02.2018 in Deutschland in Kraft.

Aktuell wurde die Istanbul-Konvention in 34 Ländern ratifiziert. In Kurzform enthalten die 81 Artikel des Übereinkommens "umfassende Verpflichtungen zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, zum Schutz der Opfer und zur Bestrafung der Täter. Die Konvention zielt damit zugleich auf die Stärkung der Gleichstellung von Frau und Mann und des Rechts von Frauen auf ein gewaltfreies Leben. Bürgerinnen und Bürger können etwaige Klagen vor deutschen Gerichten direkt auf die Bestimmungen der Konvention stützen." (Quelle: www.bmfsfj.de)

Konkret enthält die Istanbul-Konvention u.a. einen Schlüssel für die notwendige Anzahl von Frauenhausplätzen bezogen auf die Bevölkerungsdichte. Der Gesetzestext spricht in Artikel 23 "Schutzunterkünfte" von einer "ausreichenden Zahl", von "leicht zugänglicher Schutzunterkünften" und empfiehlt die mögliche Aufnahme von "einer Familie pro 10.000 Einwohner... Die Anzahl der Schutzunterkünfte solle sich jedoch nach dem tatsächlichen Bedarf richten." (Quelle: Abschlussbericht der Task Force des Europarates zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt). Hier ist der Verhandlungsspielraum natürlich groß, aber immerhin wurden einmal Eckpfeiler gesetzt.

Stichwort: wie groß ist eine "Familie"? Einige machen daraus die Rechnung von einem Frauenhausplatz je 10.000 Einwohnern auf, wobei jeder Fachfrau klar ist, dass die wenigsten Frauen ohne Kinder in die Frauenhäuser kommen.

In einigen europäischen Ländern sind konservative Kräfte auf dem Vormarsch, denen sogar diese weit gefassten Schutzmaßnahmen zu viel sind. Z.B. in Polen, Ungarn und der Türkei mehren sich die Stimmen, die einen Austritt ihrer Regierungen aus der Istanbul-Konvention fordern.

Zur Unterstützung der Frauenbewegungen und fortschrittliche­n Kräften in Europa hat sich das "Bündnis Istanbul-Konvention" zusammengefunden, das nach eigenen Angaben aus mehr als "20 Frauenrechts-organisationen, Bundesverbänden und ExpertInnen mit dem Arbeitsschwerpunkt Gewalt gegen Frauen und Mädchen" besteht. Auf seine Stellungnahme (s.u.) wird hier gerne hingewiesen. U.a. ist auch die Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser (ZIF), mit dem auch unser Frauenhaus Calw zusammenarbeitet, Mitglied dieses Bündnisses.    

 pdfBIK_Angriffe_auf_Istanbul-Konvention.pdf

Istanbul Konvention - Langtext

 

Fachtagung "Kindeswohl im Fokus" am 31.03.2020 in Stuttgart

Die Veranstaltung fand im Hospitalhof Stuttgart in der Büchsenstraße 33 in 70174 Stuttgart statt.

Veranstalterin war die Süd-AG, das ist ein Zusammenschluss von Mitarbeiterinnen aus dem Mädchen- und Jungenbereich der süddeutschen Autonomen Frauenhäuser, an der Mitarbeiterinnen unseres Frauenhauses Calw beteiligt sind.

Hauptthemen waren die Perspektiven der Istanbul-Konvention für den Kinderschutz im Sorge- und Umgangs-rechtsverfahren im Kontext häuslicher Gewalt.

Weitere Informationen sind auf der Homepage der Zentralen Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser (ZIF) zu finden:  Autonome Frauenhäuser ZIF

 

One Billion Rising 2020 in Calw - Break the chaines - Spreng die Ketten!

Am 14.02.2020 trafen wir uns wieder zur "One Billion Rising"-Veranstaltung in Calw am Ledereck.

Dieses Jahr fand zum dritten Mal in Calw ein gemeinsamer Tanz statt, der zum Ende der Gewalt gegen Frauen und Kinder aufforderte. Nicht nur in Calw, sondern zeitgleich auf der ganzen Welt!

Die lokale Veranstalterin war unsere Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Calw: Frau Sarah Tonhauser.

Vertreterinnen des Frauenhauses Calw sind schon traditionell mit dabei: wir stellen motivierte Tänzerinnen sowie einen Informationsstand, an dem wir über unsere tägliche Arbeit informieren.

Wir hatten viel Spaß und es war eine tolle Aktion!

pdfOne Billion Rising 2020.pdf

 

Wann wird im Landkreis Freudenstadt ein Frauenhaus eröffnet?

Ein Gespräch mit Vertreterinnen der Beratungsstelle "FrauenHilfe Freudenstadt e.V.", Leni Breymaier und Saskia Esken in Horb

Bild v.l.: Fr. Berkholz, Fr. Breymaier, Fr. Sillmann, Fr. Esken - Quelle: Schwabo, 15.05.19 - Foto: Breitmaier

Breymaier Horb

Die Beratungsstelle "FrauenHilfe Freudenstadt e.V." existiert seit über zehn Jahren und bietet Frauen, die von körperlicher, psychischer und/oder sexueller Gewalt betroffen sind, persönliche und telefonische Beratung an.

Ein Frauenhaus, in dem den Frauen und ihren Kindern auch räumlicher Schutz und eine Rückzugsmöglichkeit geboten werden kann, existiert derzeit nicht im Kreis Freudenstadt. Um sich über die Situation von Frauenhilfe und Frauenhäusern in der Region zu informieren, hat die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken ihre Kollegin Leni Breymaier sowie viele weitere Fachfrauen und -männer aus der Region zu einem interessanten Austausch eingeladen.

Wir konnten von unseren dringendsten Problemen berichten:

  • Der unbefriedigenden - weil oft nicht zuverlässigen und/oder mit erheblichem bürokratischen Aufwand verbundenen - Finanzierung der Frauenhausaufenthalte. 
  • Der Wohnungsnot: Viele unserer Frauen möchten mit ihren Kindern ins selbständige Leben starten und haben erhebliche Probleme, eine finanzierbare Wohnung zu finden.
  • Dem Mangel an Plätzen in Frauenhäusern: Wir sind häufig voll belegt und müssen zu häufig anfragende Frauen ablehnen. Manchmal können wir ihnen innerhalb Baden-Württembergs nicht mal ein alternatives Frauenhaus empfehlen, weil alle Plätze im Land besetzt sind.

Unser Eindruck ist, dass die beiden Politikerinnen uns ehrlich zugehört haben und wir hoffen, dass unsere Anliegen in Berlin (und in Stuttgart!) Gehör finden.

Wir brauchen ein Recht der Frauen auf einen Platz im Frauenhaus, dann würden die Städte und Kommunen bei der Schaffung und dem Betrieb von Frauenhäusern stärker in der Pflicht stehen. Im Moment ist die Arbeit in und rund um die Frauenhäuser stark von lokalem Ehrenamt abhängig.

Den FreudenstädterInnen wünschen wir viel Erfolg beim Gang durch die Institutionen für die Gründung "ihres" Frauenhauses!

Die Beratungsstelle "Frauenhilfe Freudenstadt" im Netz

Der Schwabo berichtete am 15.05.2019: pdfLeni Breymaier in Horb.pdf

 

Spenden - Spenden - Spenden - Spenden - Spenden - Spenden - ... und ganz viel Dank dafür!!

Wir kommen gar nicht hinterher mit dem Dank für die vielen großzügigen und liebevollen Spenden, die uns in den letzen Wochen erreicht haben.

Und das Schöne ist: viele kleinere und größere Gruppen und Vereine spenden schon wiederholt für unser Frauenhaus und bilden damit eine beständige Unterstützung, für die wir gar nicht genug danken können.

Einige der Spenden sind unter der Rubrik "Spenden" zusammengestellt, wir bedanken uns aber genauso bei den vielen nichtgenannten Spenderinnen und Spendern. Ihre Hilfe kommt an und wird gebraucht!